NST und VKU – Wärmeernergie aus Gewässern, Trinkwasser- und Abwasseranlagen leichter nutzen

Der Niedersächsische Städtetag (NST) und der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) fordern gemeinsam das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz auf, die hohe Bedeutung dieser Wärmequellen anzuerkennen und für eine schnellere Nutzung zu ermöglichen. Dieses schließt Bundesratsanträge zur Vereinfachung von Bundesrecht genauso ein wie den Wunsch, dass MU die eigenen Fachbehörden entsprechend anweist und für einfachere Verfahren sorgt. „Bei der Wärmewende müssen wir uns breiter aufstellen. Wir fordern daher, dass die Landesregierung die Energiewende für Kommunen auch bei der Nutzung von Gewässern, Trinkwasser und Abwasser erleichtert“, erklärt der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Städtetages, Dr. Jan Arning.

 

VKU-Vizepräsident und Geschäftsführer des OOWV, Karsten Specht, führt aus: „Als integraler Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge arbeiten die kommunalen Unternehmen daran, ihre Strukturen und Prozesse schrittweise auf Treibhausgasneutralität auszurichten. Die Nutzung von Wärme aus Abwasser, Trinkwasser und Gewässern kann dabei einen Beitrag zur Dekarbonisierung des Wärmesektors leisten.“

 

Kommunen und kommunale Unternehmen wie Stadtwerke wollen die Wärmewende umsetzen und damit den gesetzlichen Vorgaben zur treibhausgasneutralen Wärmeversorgung nachkommen. Ein großes Energiepotenzial befindet sich in den zahlreichen größeren Bächen und Flüssen, die durch Siedlungen oder an ihnen vorbeifließen. Weitere mögliche Wärmequellen sind Abläufe von Kläranlagen und größere Abwassersammelrohre sowie Trinkwasseranlagen in Siedlungsnähe. Letztere unter der zwingenden Voraussetzung, dass die Trinkwasserqualität jederzeit und unter allen Betriebszuständen vollständig gewahrt bleibt.

 

Erhebungen der TU Braunschweig haben ergeben, dass theoretisch 94% des gesamten Gebäudeenergiebedarfs in Niedersachsen von Flusswärme gedeckt werden könnten. Gerade für Bestands- und Altstadtquartiere, die dicht bebaut sind und daher für dezentrale Wärmepumpen nicht in Frage kommen, wäre die Nutzung dieser Wärmequellen durch zentrale Wärmetauscher und angeschlossene Wärmenetze in vielen Fällen sinnvoll.

 

Nun müssen Kommunen und kommunale Betriebe, die derartige Projekte starten wollen, feststellen, dass solche Anlagen für Wasser-, Deich- und weitere Fachbehörden besonders auf Landesebene Neuland sind. Die Behörden bemühen sich, besonders sicher und gesetzestreu zu handeln und wollen jedes Thema begutachtet haben, das eventuell von einer Wärmegewinnung beeinflusst sein könnte. Dabei wird oft nicht gesehen, dass durch die Wärmetauscher nur die Temperatur geringfügig verringert wird, sonst die Eigenschaften des genutzten Wassers oder Abwassers aber unverändert bleiben. Bei vielen Fließgewässern ist zudem ein Anstieg der Durchschnittstemperatur in den letzten Jahren aufgrund der Einflüsse des Klimawandels festzustellen, dessen negativen Folgen eine Temperaturabsenkung durch Wärmeentnahme sogar entgegenwirken könnte.

 

 

 

19. Februar 2026

 

Ansprechpartner:

Dr. Jan Arning, Mobil: 0172 / 53975-16, E-Mail: arning@nst.de

Stefan Wittkop, Mobil: 0172 / 53975-13, E-Mail: wittkop@nst.de

Marc Lahmann, Mobil :01744 / 969696, E-Mail: lahmann@vku.de

Carsten Specht, Mobil: 0151 65075247; E-Mail: specht@oowv.de

 

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